Seit ich mich mit Landschaftsfotografie befasse, haben mich immer wieder Bäume in ihren Bann gezogen. Nicht so sehr die im dichten Verband des Waldes stehenden Bäume , die zudem häufig in Monokulturen wachsen, erwecken meine Aufmerksamkeit, sondern vielmehr der einzeln im Feld stehende Baum, der sich deutlich sichtbar von seiner Umgebung abhebt und vom immensen Variationsspektrum seiner Spezies zeugt. Schon die dicht belaubten Bäume des Sommers präsentieren sich in großer Mannigfaltigkeit der äußeren Form, die Kronen bilden Kugeln auf kurzen, dicken und langen, schlanken Stämmen, sie zeigen sich als Schirme und mehr oder minder gestreckte Ovale, der Baum kann nach oben streben oder in die Breite, er kann sich aus Felsen hervorkrümmen und - so mächtig er auch sonst erscheint - sich vor dem Wind ducken. ![]() So hat jeder Baum seine Eigenheiten, seinen eigenen Charakter, er wird zum unverwechselbaren Individuum, dem menschlichen Gesicht gleich. Und er offenbart uns, was wir bei den kleineren Pflanzen oft nicht zu registrieren bereit sind, vielleicht weil vor deren noch größerer Vielfalt unser Auge kapituliert: die Gestaltungsmöglichkeiten und den Phantasiereichtum der Natur, denen mit dieser Serie ein kleines Denkmal gesetzt werden soll. |
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